Wanderung am 2. September 2004

            Durchs Wental ins Felsenmeer

 

 

Wo nach Abzug des Jurameeeres vor 150 Millionen Jahren ein Fluß ein Tal auswusch, das Wental, da wanderten die Muskeltiere bei schönstem Wetter und wunderten sich über die Hinterlassenschaften dieses geologischen Prozesses. Heute ein Trockental, aus dem viele größere Felsformationen hervorstachen, und auf denen - oh Wunder - meist ein paar Tannenbäume wuchsen. Ein seltsamer Anblick. Das sah fast nach Menschenhand aus, war aber reine Natur. Bezeichnend waren auch einige Namen dieser Felsen: Spitzbubenstadel, Wentalweible, Steinhüttle. Diese Brocken, so die Lehrtafeln unterwegs, waren aus härterem Dolomitfelsen und haben sich nicht so schnell aufgelöst wie die Umgebung. Besonders reizvoll war das Felsenmeer, eine größere Ansammlung solcher Dolomitfelsen, mit vielen lauschigen Grillplätzen. Gut, daß wir donnerstags unterwegs sind, denn sonntags schieben sich hier sicher Menschenmassen durch die reizvolle Gegend. Heute sind wir nur ab und an ein paar anderen Wanderern oder Fahrradfahrern begegnet. 

Diese schöne Landschaft ließ uns den, auf der Hinfahrt diskutierten, Ärger der Woche wieder vergessen. Unsere "beliebte" Ulla Schmidt, ihres Zeichens Gesundheitsverwirrministerin, hat sich wieder mal was Neues ausgedacht: Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge für Rentner und wieder eine neue Variante beim Zahnersatz. Aber mal sehen, wie lange sie überhaupt noch im Amt bleibt. Die Muskeltiere werden ihre Regierungszeit um Längen überleben. Das ist sicher und gut so.

Der Otmar hat gleich zu Beginn der Wanderung sein Auge an ein paar Grashüpfer verloren, denen er umgehend nachstellte. Im Verhältnis zu ihrer Größe können diese einen unglaublichen "Lärm" produzieren und Riesensprünge vollführen. Aber die kannten Otmar noch nicht, denn er hat zumindest einen flugs erwischt.

Die Grillerei zum Abschluß war wieder eine runde Sache. Das Feuer verdankten wir zwei jungen  Frauen aus dem nahen Steinheim mit ihren (stimmgewaltigen) Töchtern. So mußten wir nur noch Holz nachlegen und die Würste waren bald gegrillt und noch schneller verzehrt.

       


      Schwäbische Ostalb   
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Sage vom  Wentalweiblein

In den Hungerjahren 1816 und 1817 lebte in Steinheim eine Krämerin, die sich meisterhaft aufs Hamstern verstanden hatte. Ihre Waren verkaufte sie nicht nur zu wucherischen Preisen, sondern fälschte auch das Maß und das Gewicht.
Diese Betrügerei wurde jedoch entdeckt und schwer bestraft. Aus Reue über ihre ruchlose Tat hat sie sich im Wental von einem Felsen gestürzt. In stürmischen Nächten geht ihr Geist heute noch ruhelos im Wental um.
Schauerlich ertönt dann in solchen Nächten ihre Klage:

"Drei Vierleng send koi Pfond;
Drei Schoppa send koi Mauß!
Ei, ei, ei und au, au, au.
Hätt´i no des Deng net dau,
nao müßt i net em Wental gau!"

 

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