Wanderung am 9. September 2004

            Seeburg - Hohenwittlingen

 

 

Wenn alle so wären, wie die Muskeltiere sein sollten, dann wäre die Welt in Ordnung. Leider - so stellten die Muskeltiere fest - ist es halt nicht so. Der Eichel verscherbelt das letzte "Tafelsilber", das der Bund noch hat, nur um den Bundeshalt zu retten und um nicht an den Pranger gestellt zu werden. Die letzten Silberlinge der Muskeltiere bekommt er aber nicht, haben wir festgestellt! Die brauchen wir um unsere Exkursionen ( und Mahlzeiten) zu finanzieren. Aber gespart wird auch bei den Muskeltieren. Diesmal fanden wir eine preisgünstige Wirtschaft in Hengen, wo wir nach Ende der Wanderung einkehrten. Wenn nur die Wirtsfrau etwas hübscher und freundlicher gewesen wäre!

Das gute und günstige Essen hatten wir redlich verdient!

Der Reihe nach: Eine 14 Kilometer Tour von Seeburg zur Burgruine Hohenwittlingen (688 Meter) war geplant, aber da wir beim Abstieg von der Burgruine aus offensichtlich eine Abzweigung übersehen haben, landeten wir unversehens  irgendwo im Tal an der Bundesstrasse. Kein Geh- oder Wanderweg in Sicht ! Und so blieb uns nichts anderes übrig, als nochmals den ganzen Anstieg auf die Höhe anzupacken. Wäre ja kein Problem gewesen, aber der "Weg" aufwärts war kein Weg, sondern nur ein winziger Pfad, hart am tiefen Abgrund entlang - und eher für Gemsen als für Muskeltiere geeignet. Otmar zitterte vor Sorge, eine Steinlawine auszulösen! Aber wir passten auf und mobilisierten die letzten Kräfte. Was tut man nicht alles, wenn man hungrig und durstig ist und eine gute Wirtschaft lockt. Todesmutig kletterten wir Meter für Meter bergan, in der Hoffnung irgendwann aus der Wildnis wieder in die Zivilisation zu kommen.  Aus 14 wurden so 18 Kilometer und aus 180 Höhenmetern wurden 360. Und als wir beim Ausgangspunkt in Seeburg ankamen war es schon 18.00 Uhr.

Kein Wunder, dass das Essen schmeckte! Besonders der Waldemar mußte unterwegs leiden, denn seit ein paar Tagen ist er Strohwitwer und es ist niemand zu Haus, der was Gescheites auf den Tisch stellt! So hatte er Aufholbedarf. Gut, dass es Pommes und Spätzle zum Wiener Schnitzel gab.

Unterwegs passierten wir die Schillerhöhle - bekannt als Schauplatz von Rulaman, dem Steinzeit - Tarzan der Schwäbischen Alb. Gut, dass wir im 21. Jahrhundert leben und nicht mehr Bären jagen müssen, um was auf den Tisch zu bekommen. Aber Steuern hat der Rulaman damals keine bezahlen müssen. Da war er besser dran. Da hätte auch Eichel nichts holen können. Und von "Tafelsilber" war damals auch keine Rede. Das Vermögen bestand schließlich nur einem Tierknochen-Besteck und ein paar Fellen. Mehr brauchte man auch nicht.

Ergänzende Links: Rulamanwanderung, Burgen und Schlösser der Schwäbischen Alb

 

 

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