Wanderung am 16. Juni  2005

Baltmannsweiler / Rolands Ranch

 

 

Der braungebrannte Kreta-Urlauber Waldemar stand schon an der Kreuzung und wartete auf Gerd und Roland. Dann gings zu Otmar, aber den kann man derzeit nicht abholen. Er ist eingemauert zwischen Baustellen. So trafen wir ihn erst im Lützelbachtal, in das wir dann immer tiefer eindrangen, bis zur Abzweigung nach Baltmannsweiler. Die Kirschen sind noch nicht reif, stellten wir unterwegs fest, aber nächste Woche wird es vielleicht soweit sein. In Neidlingen werden wir dann sicher nicht so viel wie heute diskutieren können, denn die Kirschen müssen schließlich getestet werden. Und mit vollem Mund spricht sich's schlecht.

Man muß schon gut aufeinander eingespielt sein, um in der richtigen Distanz aneinander vorbeizureden. Das gilt natürlich nicht bei den Muskeltieren. Beweis dafür waren unsere heutigen Themen: Illegale Rentenreduzierung, wiederbelebter Visa-Untersuchungsausschuß, kreative Steuerpolitik: wie Brillensteuer? Haarschnittsteuer? Fenstersteuer? Gardinensteuer? - (Die beiden letzteren hat es tatsächlich schon mal gegeben).

Statt mehr Steuern will Otmar mehr Einsparungen: Seine Straßenlampe wird viel früh eingeschaltet und auf seine wiederholten dringlichen Ermahnungen will einfach keiner hören. Weder die Gemeinde, noch der Energieversorger. Das war der richtige Punkt für Roland, seine neugelernte Anti-Ärgerstrategie zu testen. Abgeguckt bei Vera F. Birkenbihl, einer Managementtrainerin. Geht ganz simpel: Sich einfach nicht ärgern lassen, sondern jeweils verzeihen - ausdrücklich oder heimlich. Ob's bei Otmar funktioniert? Wir werden sehen.

Und noch ein Thema: Wenn es keine Menschen auf der Erde gäbe, wer würde dann die Welt beherrschen? Da waren wir uns nicht ganz einig. Ratten? Ameisen? Oder Kakerlaken? Das steht zur Klärung an.

Pünktlich wie geplant trafen die Muskeltiere auf Rolands Ranch ein. Vereint wurde gezaubert: Würste gegrillt, Gurken geschält, Radieschen geputzt, Tomaten und Brot geschnitten und natürlich Getränke eingeschenkt. Und nach der Arbeit kam das Vergnügen: Fast alles wurde verputzt, wobei Rolands Gartennachbar, auch ein Roland, noch ein wenig unterstützte. Er schien sich in der Runde richtig wohl zu fühlen und wollte gar nicht mehr heim. Sicher wäre er auch gern ein Muskeltier - trotz seiner 90 Jahre, die er auf dem Buckel hat.

              

 

 

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