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16,5 Kilometer ist unsere Strecke heute, sagte der Otmar gleich zu Beginn.
Elektronisch genau vermessen! Roland meckerte: Das ist zuviel, da laufen wir
ja bald vier Stunden und zum Sitzen und Trinken bleibt keine Zeit! Da müssen
auf jeden Fall die Kurven schneiden. Habe ich auch schon am Computer
berücksichtigt, war die Antwort. Nun denn, wenn es sein muß. Wir legten los.
Wiedermal
haben wir Bilderbuchwetter, blauen Himmel mit protzigen, schnell fliegenden
Wolken, relativ kühl - man kann eine Jacke vertragen. Auf dem Weg zum
Holderstein wird die Lufthoheit über dem Stammtisch zurückerobert. Das
heutige sogenannte Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichtes gibt uns
reichlich Diskussionsstoff. Waldemar will dafür sorgen, dass das Land
bald ein Gesetz erläßt und diesen Unsinn an den Schulen verbietet. Wir
verlassen uns auf ihn. Muskeltiere haben keine Angst, keine Furcht, keine
Ahnung ? Keine Angst und keine Furcht, das stimmt! Aber keine Ahnung?? Ihnen
ahnt so manches!
Der erste Streckenteil war recht kurzweilig - da uns auch Gerd mit seinen
Wiener Geschichten und vor allem der ausgiebigen Kegelbrüder-Weintour vom
letzten Wochenende unterhielt. In der Apotheke wollten sie was für
"Blasenleiden" holen - die Apothekerin war echt verblüfft, als es dann um
ein paar Blasenpflaster ging.
Der wuchtige Holderstein taucht unvermutet schnell auf. Wenig Wasser rinnt
darüber, frühere Wassermassen haben der
Gegend jedoch gewaltig zugesetzt. Plötzlich geht ein Lächeln über Waldemars
Gesicht: Er hat einige Pilze entdeckt, auch wenn´s nur falsche Pfifferlinge
sind - es sind die ersten Funde in diesem trockenen Jahr. Nachdem der neue
Kilometerzähler von Otmar acht Kilometer anzeigte, verliessen wir die
geplante Route und marschierten bergauf und querfeldein auf direktem Weg zur
gerade wieder neu eröffneten Besenwirtschaft. Der Rostbraten und das
Viertele waren wieder ein Genuß! Alle schwärmten! Da verzichtet man gerne
auf die am Abend stattfindende Bürgerversammlung.
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