Wanderung am 22. Juni 2006

 Randecker Maar

 

 

Vor 17 Millionen Jahren - als der nördliche Albrand noch auf der geographischen Breite vom heutigen Stuttgart lag - hat es mitten auf der Schwäbischen Alb "Bumms" gemacht. Und das Randecker Maar entstand. Es muß schon ein gewaltiger Knall gewesen sein, als sich die aufsteigenden Magmagase eines (sonst ruhigen) Vulkanes mit dem Grundwasser mischten und für eine gewaltige Explosion sorgten. Schließlich war das Loch an der Oberfläche rund ein Kilometer breit und rund 100 Meter tief. Da der Schlot sich durch Trümmer verstopfte konnte das Oberflächenwasser nicht mehr abfließen und ein See entstand. Jahrtausende später verschaffte der  Zipfelbach dem einen Abfluß, indem er nach und nach dessen Nordrand wegspülte. Der klägliche Rest versumpfte und ein bildete Moor. Leider wurde das bis in die dreissiger Jahre des vorigen Jahrhunderts abgebaut und nur ein bißchen wurde verschont.

17 Millionen Jahre später besuchte drei der Muskeltiere die geschichtsträchtige Gegend und bestaunten wieder einmal die Launen der Natur. Neue Hinweisschilder wurden aufgestellt, auf denen unter anderem wissenwertem obiges zu entnehmen war. Sonst gab es nicht viel neues. Auch die sonst rührigen Vögel in dieser Gegend blieben weitgehend im Hintergrund. Bis auf ein ein Vögelchen mit gelber Brust (unser Vögelexperte Otmar kannte dessen Namen ), das uns wohl von seinem Nest weglockte.

Dass unsere die Regierung wieder intensiv dabei ist, uns weiter Geld aus der Tasche zu ziehen und dass Allianz, Mercedes, Dresdner Bank, Volkswagen und viele andere Firmen dabei sind tausende von Menschen freizusetzen störte nur vorübergehend unsere Gemütslage - und wurde verdrängt.

Der anfangs bedeckte Himmel klärte sich auf - zumindest über den Muskeltieren - und es zusehends wärmer. Was den Otmar zu lyrischen Ausbrüchen verleitete: "Zieh'n die Muskeltiere auf die Höh'n, wird das wieder Wetter schön". Und zu ähnlichen nicht so schriftreifen Sprüchen. Dabei studierte er zusammen mit Waldemar intensiv das Paarungsverhalten öminöser Käfer in diversen Blüten von Hecken und Büschen. "Guck! Da sind schon wieder welche beim Liebesspiel!" "Und einer schaut den beiden zu!" "So ein Voyeur". Roland hielt diskret Abstand, um die beiden menschlichen Voyeure nicht zu stören. Zögerlich konnte die Wanderung fortgesetzt werden. So daß wir erst nach zweieinhalb Stunden das erlösende "Rössle" in Ochsenwang erreichten, wo Bier und Schnitzel uns erwarteten.

 

 

 

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