Wanderung am 29.März 2007

5-Jahre-Jubiläumstour Bodensee

 

 

 

Tickets, Kanonenfutter, Tattoos, Weinfrühstück, Stadt- und Hafenrundgang, Damenbekanntschaften in Delphi, Paulis Höschen, Lazarus und Willi.

Und damit soll man einen Bericht zusammenbasteln? Wie soll das gehen? Keine Ahnung, aber die Muskeltiere sind ja für ihr positives Denken bekannt. Es wird schon gehen. Fangen wir an.

Für das fünfjährige Jubiläum haben die Muskeltiere eine Fahrt mit der Bahn nach Friedrichshafen geplant. Pünktlich um 10.00 Uhr stehen sie nun vor den Ticketautomaten in Plochingen und schon tauchen die ersten Probleme auf. Wie funktioniert dieser Kasten mit den vielen Knöpfen? Gerd erweist sich als wahrer Automatenmeister und irgendwie holt er die Tickets aus dem Automaten. Wir suchen freie Plätze in der oberen Etage des doppelstöckigen Zuges und schon geht es los.

Roland sucht sich einen privilegierten Platz gegenüber einer jungen Mitreisenden, die mit Ohrenstöpseln von ihrem i-pod  Musik hört. Der freundliche Blick Richtung Männerwelt und die unangeforderte Beichte mit ihrer krächzenden Stimme verstärken das Bild ihrer Tattoos und Piercings. Was soll’s, wir sind ja schließlich auf Jubiläumsfahrt. Wo kommt ihr fünf Hübschen her? Aus dem Stuttgarter Raum. Das kenne ich, dort habe ich gedient. Als was den? Als Kanonenfutter bei einer Panzereinheit. Und was machen sie jetzt? Ich habe mir drei Rippen gebrochen, wurde danach entlassen und heute fahre ich als Arbeitslose zu einem Treff in Ulm mit drei Männern! Die Tattoos stehen ihnen aber gut. Ich habe noch mehr davon. Wollt ihr sie sehen? Keine Antwort wurde als Zustimmung interpretiert und mit einem geübten Handgriff, wie es wohl bei Kanonenfutter üblich zu sein scheint, hebt sie ihre Bluse hoch und wir sehen das nächste Tattoo! Und das Arschgeweih ist noch schöner. Gerade noch hat es der Roland geschafft sie zu bremsen! Also, Jungs macht’s gut. Das Gemenge von Tattoos,  Piercings und krächzender Stimme des Kanonenfutters war zuviel für die Muskeltiere. Jetzt machen wir das vorgesehene Weinfrühstück. Ich habe aber nur eine Flasche Trollinger mitgenommen. Zwei wären schwerer, verkündet der Roland. Wenn man damit die fünf vierteles - verwöhnten Muskeltiere zufrieden stellen will, das wäre das größte Comeback seit Lazarus, denken die anderen. Da ist noch zu beweisen, oder wie die Neuschwaben sagen würden „Quod erat demonstrandum“

Wir sind in Friedrichshafen.

Noch in Gedanken versunken - bei den meisten Muskeltieren konnte man die Reibungswärme der angestrengt rotierenden zwei grauen Zellen in den Gesichtsfarben sehen (es war sicher nicht die Weinmenge) - über Kanonenfutter und den neuschwäbischen Begriffen erreichten wir schon den Hafen. Super-Wetter, Wasser, Boote und die, wie immer, gut gelaunten Muskeltiere fanden alles toll. Und was ist mit Essen? Das Restaurant „Korfu“ stand vor uns und die Aussicht auf ein/zwei Ouzos engte enorm unsere Entscheidungsfreiheit ein. Nach dem guten Essen und zwei Ouzos haben wir zum Ausgleich den 22,5 Meter hohen Turm am Hafen bestiegen. Von oben her ist die Aussicht sehr schön, sagt doch jeder. Uns aber ist sofort die Bodenseeterrasse DELPHI mit der Aussicht auf ein blondes Kühles aufgefallen! Kaum haben wir Platz genommen und als der Otmar in seiner bekannt lässigen Art seine Lederjacke vom Stuhl heruntergleiten lässt, steht schon die Dame vom Nebentisch da und lächelt ihn an mit der Jacke in der Hand. Ich komme aus Ungarn, lebe aber seit langem in Friedrichshafen. Otmar blockt weitere Annäherungsversuche mit seinem sparsamen, schwäbischen Lächeln! Gleich darauf taucht eine zweite Frau am Nebentisch auf. Sie kenne ich doch, mischt sich nun der Roland ein. Sie waren doch auch im „Korfu“ beim Essen. Jannis, der sonst eine große Klappe hat, schweigt und denkt: Das ganze ist doch brotlose Gunst. Nur keine Energie vergeuden! Waldemar wollte das Zeppelin Museum sehen. Aus Zeitmangel haben wir es verschoben.

In Richtung Bahnhof haben uns mit reichlichem Proviant eingedeckt, Brötchen mit Hühnerschlegel und Leberkäse, Bier und Wein und schon fuhr der Zug nach Reichenbach. Erst jetzt kam unsere philosophische Stärke zum Ausdruck. Was haltet Ihr eigentlich von der Höschen-Geschichte? Na, von dem Stolperstein Stoibers, der Pauli. Sie soll bei Fotoaufnahmen ihr Höschen ausgezogen haben! Was ist schon dabei? Die Frau ist attraktiv, nicht wie die ungarische Heilsarmee von vorhin, gewählte Landrätin und intelligent. Ich kann sie mir gut ohne Höschen vorstellen. Kannst du dir den Stoiber ohne Höschen vorstellen?

Ich denke an dieser Stelle sollten wir auch an unsere Leserschaft denken. Wir grüßen unseren, wahrscheinlich einzigen, eifrigen Leser Willi. Er soll ein Verwandter von Otmar sein. „Quod erat demonstrandum“

 

 

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