Wanderung am 23. August 2007

Ochsenwang über Zipfelbachschlucht

 

 

Während sich unsere Regierung im frisch renovierten Schloß Meseberg in Brandenburg selbst beweihräuchert und dem Volk weiß machen will, wie gut es regiert wird, steigen die Muskeltiere die steile, glitschige Zipfelbachschlucht hoch zum Randecker Maar. Der heftige Regen in der vorigen Nacht sorgte für die Rutschpartie, aber glücklicherweise kamen alle heil oben an. Offensichtlich auch die vielen anderen Bergsteiger, die heute in dieser Gegend unterwegs waren.

Die Berliner Koalition scheint entschlossen, auch in der zweiten Regierungshälfte an der Macht bleiben zu wollen, aber inhaltlich scheint es nur noch Gemeinsamkeiten beim Klimaschutz zu geben. Alle anderen sind aufgebraucht. Ein Wunder, dass es überhaupt so lange gehalten hat. Aber unsere Kanzlerin hat ja gezeigt, wie biegsam sie ist.  Was wollte sie alles tun - und was wurde daraus? Nun, außenpolitisch sind wir mit ihr zufrieden, da steht sie ihren Mann. Gottseidank hat wenigstens die Wirtschaft ihre Hausaufgaben gemacht und sich saniert, wenn auch mit vielen Opfern. Aber es zahlt sich langsam aus. Die Konjunktur brummt. Und damit die Steuern. Und damit will die Koalition wohl überwintern bis zur nächsten Wahl. Da sind die Muskeltiere unternehmungslustiger. Auch in dieser Zeit werden sie nicht nachlassen, einmal in der Woche was für die Gesundheit und das Hirn zu tun - nämlich wandern und diskutieren. Die Regierung wird uns schon genug Stoff geben.

Das Otto-Hoffmeister-Haus liessen wir links liegen. Es wird von uns boykottiert, nachdem wir vor einigen Jahren dort fast verdurstet sind. Waldemar informiert uns, daß das Naturschutzgebiet "Randecker Maar" flächenmäßig fast verdoppelt werden soll. Gut so! Für die Natur, für uns und für die Gabelweihen, die wir am Himmel ihre Kreise ziehen sehen. Wir biegen auf die Moorfläche ein, wie schon so oft. Da gibt es keine Überraschungen mehr. Wir sollten mal wieder uns nach neuen Touren umgucken, meinte einer. Alle nicken, aber wer kümmert sich drum? Wir werden sehen.

Der Wirt vom Rössle in Ochsenwang ist sein bester Gast selber. Das Nebenzimmer hat er zum Raucherzimmer umfirmiert und da sitzt er drin, raucht und trinkt und ist sicher froh, als die vier Muskeltiere sich zeigen und sein Gasthaus bevölkern. Was sich nicht zeigte, war die pralle Nachbarin beim Sonnenbaden. Der Blick aus dem Wirtshausfenster war umsonst aber vergeblich. Auf das angepriesene "Katzengschroi" (nach Hausherren-Art) haben wir verzichtet, denn der Krustenbraten versprach mehr. Und so war es.

Und der Abstieg ins Tal war genauso glitschig wie der Aufstieg. Alle waren froh, wieder heil an Otmars Wagen am Parkplatz in Hepsisau angekommen zu sein.

 

 

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