Wanderung am 21. August 2008

Hasenverein Deizisau

 
Die Muskeltiere waren auch diesmal nur zu dritt unterwegs. Während Jannis nach wie vor die Gestade rund um Thessaloniki unsicher macht, zog es Gerd mit seiner Frau an die nördlichen Gestade in die Nähe der Wikinger. Waldemar freut sich auch schon auf seinen bald beginnenden Urlaub. Ihn zieht es zum Minotaurus nach Kreta, allerdings erst Mitte September.

Der Weg führte über die Höhen Deizisaus bis nach Köngen und zurück. Bemerkenswert viele Autos irritierten uns auf den landwirtschaftlichen Feldwegen. Es sind wohl doch nicht alle Mitbürger in den Urlaub gezogen, sondern machen die Wanderwege hier unsicher. Wie auch die Pferde, die sich in dieser Gegend rasant zu vermehren scheinen. Jedem Bauer sein eigenes Gestüt, scheint das Motto zu sein. Aber sicher werfen manche Pferde mehr ab, als sie einbringen.

"Das Glück der Pferde liegt auf dem Rücken der Erde". Umgekehrt gilt es auch, solange man oben bleibt. Umfallen tun sie ja selten, denn "das Pferd hat vier Beiner, an jeder Seite einer". Allerdings: Wenn man oben sitzt, so sieht man, daß sie an allen Seiten steil abfallen. Manchmal sehr steil.

Auch wenn man den Pferden nachsagt, dass sie nicht zu den klügsten Lebewesen gehören, so dürften sie doch oft klüger sein als ihre Reiter und Reiterinnen. Viele Reiterinnen scheinen Stallgeruch mehr zu schätzen als Lippenstift und Parfüm - und wahrscheinlich auch mehr als den Geruch ihrer Männer. So sie denn überhaupt einen abbekommen haben. Ihr Motto ist wohl:

Männer und Pferde, beides ist teuer,
ich wähle lieber Pferde, denn Pferde sind treuer.

Ein Königreich für ein Pferd, so sagte schon Shakespeare. Da bleibt für einen Mann eh nichts mehr übrig. Vor allem nichts, wenn er auf dem hohen Ross sitzen will. Er wird dann eher die Rolle eines Ackergaules übernehmen dürfen. Und darf dann den Karren ziehen.

Das Hasenhaus in Deizisau hatte leider wegen Urlaubs geschlossen, aber Otmar chauffierte uns flugs mit seinem pferdestarken Wagen zum Hochdorfer Hasenvereinshaus. Der Wirt servierte uns Schnitzel. Uns als guten Stammgästen auch außerhalb der normalen Zeiten, wie er Tischnachbarn erklärte, die deswegen nur so staunten. Er nahm sich auch Zeit und setzte sich an unseren Tisch und hatte einiges zu erzählen. Von seinem Einstieg in Hochdorf, seinen Erfolgen und von seinen Neidern. Immerhin: Neid muß man sich verdienen, Mitleid bekommt man geschenkt. Wir beneiden ihn nicht, sondern gönnen ihm seinen Erfolg, für den er ja schließlich hart schuftet. Ohne freien Tag in der Woche und seit langem ohne Urlaub.
Schnitzel und Kartoffelsalat waren tadellos.

RF

             HOME                               Berichte-Übersicht                          nächster Bericht