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Wie
schon mehrmals dieses Jahr, war das Wanderziel anders als geplant.
Es ging also nicht ins Zipfelbachtal, sondern nach Deizisau. Ja ja
in Deizisau da ist der Himmel blau, so heißt es im Lied vom Gotthilf
Fischer. Doch die Muskeltiere sind nicht so leichtgläubig, darum
hatte jeder einen Regenschirm in der Hand. Wie sich später
herausstellte war das auch gut so.
Der
Otmar hatte seine Kutsche auf Hochglanz gebracht. Den Pferden die
Sporen gegeben und mit Volldampf durch die Wagnerstraße in die
Weinbergstraße gesaust. Doch konnte er, ob wohl er heftig an den
Zügeln zerrte, sein Gespann nicht zum halten bringen und raste an
dem verdutzten Waldemar vorbei. Zum Glück hatte er alles wieder
unter Kontrolle, so dass er bei den wartenden Roland und Gerd
anhalten konnte. Als Roland und Gerd vorschlugen nachdem Umdrehen,
der Otmar solle doch nochmals am Waldemar vorbeifahren und erst ein
paar Meter weiter halten, wurde dies kategorisch abgelehnt. Da aber
Roland und Gerd die Herrschaftssitze im Fond eingenommen hatten,
musste der Waldemar auf der Bank neben dem Kutscher Platz nehmen.
Am
Parkplatz vom Hasenheim in Deizisau angekommen richtete sich sofort
der Blick auf die Gaststätte. Der Urlaub war vorbei und es war
gesichert, dass wir hier nach der Wanderung unseren Durst stillen
konnten.
Gerd
erzählte von seinem Urlaub und wie billig alles in Ostfriesland sei.
Waldemar berichtete über den Hauskauf seines Sohnes. Bei der Politik
war natürlich die Kandidatin der amerikanischen Republikaner
Sarah Palin ein Thema. Auch die große Show der Naturwunder
mit Ranga Yogeshwar vom Vortag im Fernsehen bot viel Gesprächsstoff.
Was bewirken Vorurteile? Am Beispiel Blondinen wurde folgender
Versuch durchgeführt: Mehrere weibliche, blonde Personen lud man zu
einem Test ein. Vor dem Test bekamen die Kandidatinnen Witze, die
sie lesen mussten. Die Hälfte bekamen Blondinenwitze und die anderen
normale Witze. Nach dem Lesen begann der Test. Das Ergebnis sah so
aus. Die Damen. die vorher die Blondinenwitze gelesen hatten, waren
im Durchschnitt schlechter als die anderen. Die Erklärung ist, dass
im Unterbewusstsein bei der ersten Hälfte der Testpersonen das
Vorurteil, ich bin blond, ich bin blöd, suggeriert wurde.
Nach
soviel Gesprächsstoff waren wir froh unsere Kehlen im Hasenheim
schmieren zu können. Der Rolli brachte uns auch gleich kühle
Getränke. Für die hungrigen Mägen wurde auch gesorgt. Schnitzel und
Wurstsalat wurden auf Wunsch serviert. So gestärkt lieferte uns
danach der Otmar wohlbehalten zu Hause ab. |