Wanderung am 14. Mai 2009

Hasenheim Hochdorf

 
 

 

Noch am Morgen goß es in Strömen, doch pünktlich zum Wanderbeginn hatte der Himmel alle Schleusen geschlossen. Die zwei Wanderer - Gerd und Roland - waren zwar mit Schirmen bewaffnet, aber sie brauchten nicht geöffnet zu werden. Nur zwei?! Ja, Jannis hat sich wieder für längere Zeit nach Griechenland verabschiedet, Waldemar genießt seinen Urlaub in Ägypten und Otmar muß sich für längere Zeit schonen. So waren die beiden allein, aber schnell, unterwegs. Der fehlende "Bremser" Jannis, sollte sich bald bemerkbar machen: Ohne seine regelmäßigen Pausen ging beiden ab und zu beim schnellen Schritt die Luft aus. Das Ziel, der Hasenverein in Hochdorf wurde trotzdem in Rekordzeit erreicht.  Eigentlich wollten wir nach Gerds Vorschlag eine neue Route probieren, aber sicherheitshalber wählten wir doch die alte, bewährte Strecke. Vorbei an der im vollen Wuchs stehenden, prächtigen Friedenslinde. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die neue Strecke wäre vielleicht doch zu morastig gewesen - nach den ausgedehnten Regenfällen der letzten Tage.

Neue Wortschöpfungen aus einem Wettbewerb beschäftigten uns unterwegs. Ohallodu ? Zungenlieger? Balzwund? Nachmeinler? ........ Ohallodu - Oh Hallo Du = Ein Begriff für einen Menschen, den man kennt, aber dessen Name einem nicht einfällt. Zungenlieger - Ein Wort, das einem auf der Zunge liegt, aber nicht ins Gehirn dringt. Matrazo - eine männliche Mätresse. Nachmeinler - das ist schon einfacher: Einer, der sich jeder Meinung anschließt. Und "Balzwund" ?? Mit etwas Phantasie leicht zu erraten!

Großes Hallo beim Eintritt in das Hasenhaus. Killi war da und war hocherfreut, uns alte Bekannte mal wieder zu sehen. Und Killi war bestens informiert. Er erzählte umfassend von seinen Begegnungen mit Jannis vor seinem Haus und von Waldemar und Otmar. Und von seiner Zeit als Bauherr des Hasenheims. Seine größte Freude - da geriet er richtig ins Schwärmen - macht ihm sein zweijähriger Enkel Lukas. Wir erfuhren alle seine Streiche und seine neuesten Schimpfwörter. Die er zu Killis Leidwesen bei seinem Gegenschwieger in Kohlberg ("ganz anderer Dialekt") aufschnappte.

Der Wirt war etwas verhaltener. Die Geschäfte laufen gut, aber es gibt wohl Gäste, die nicht nur Freude bringen. Und der Stammtisch ist auch nicht mehr das, was er mal war. So verzichtet er dieses Jahr auf die große Busfahrt mit seinen Stammgästen in seine Heimat. Stets großer Aufwand - und dann treten immer einige trotz Zusage nicht an. Verständlich, dass er sich da ärgert. Aber an Pfingsten steigt wieder eine große Sause mit allem drum und dran im Hasenheim.

Bei bester Unterhaltung mit Killi und dem Wirt verging die Zeit wie im Flug. Und als sich Killi von Anneliese, der Bedienung, heimbringen ließ, brachen auch wir die "Rückreise" an. Denn auf Waldemar, der uns bei den letzten Wanderungen zuverlässig heimwärts kutschierte, warteten wir vergebens. Er genießt verdientermaßen Sonne und Meer in Hurgada, siehe oben.

RF

 

Neue Wörter, die noch nicht im Duden stehen:

In Klammern = Namen der „Erfinder“

Nicht riechen können:

geruchstaub (Dr. Hilmar Klaus)
Niecher (Jürgen Werner)
nonasal (S. Tamsen)

nicht schmecken können:

gaumentaub (Dr. Helmut Viemann)
ingust (Gerhard Hahn)

ein falsches Lächeln:

Scheinlächeln (Dirk Scharbert)

Der 2. und der 4. Zeh:

Zeigezehe und Ringzehe
(nach dem Komiker Jochen Malmsheimer, auch eingesendet von Sarah M. Matsoukis)

ein unbeabsichtigter Anruf, z.B. durch Sitzen auf dem Handy:

Fehlfon (Joachim Fritz)
Versehruf (Lore Rein)
Sitzschaltung (Marlene Hoberg)
mobiler Zufall (Marlene Hoberg)
Dunkelwahl (Florence Siwak)
Taschenruf (Dr. Stefan Strucken)

Das Innere des Brötchens:

Brötchenwatte (Sarah Matsoukis)

der Geruch, den der Regen hervorbringt, nachdem es lange Zeit warm und trocken war:
 

Regenwürze (Jutta Pfeil)

Das (zwiespältige) Gefühl, wenn etwas genau so kommt, wie man es gewünscht, erhofft oder lange vorbereitet hat:
Sehnsorge (Andrea Dobrowolski)
Entwünschungsleere (Ulrike Schwarzburger und Frank Braun)

Eine männliche Mätresse:

Matratzo (Willy Graf)

Die Bevorzugung gut aussehender Menschen:

Bellomanie (Lydia Obholzer)
Adonisbonus (Klaus Schirrich)

Eine Person, deren Namen man vergessen hat:

Ohallodu (Gisela Büschken)

Ein Mensch mit multinationaler Herkunft:

Vielwurzler (Dr. Helmut Viemann)
Neubabylonier (Eric Boerner)
Globanten (Sigrun Werner)

Der vergebliche Versuch, sich an einen Traum zu erinnern:

Traum-Alzheimer (Eva Korhammer)

bereit zum Lachen sein:

angegackert (Ute Bernhoeft)

das, was von einer Sache ausgeht, der man Interesse entgegenbringt:

Glückssog (Andrea Dobrowolski)

der Prozess der Digitalisierung:
 

Googlisierung (Peter Hoops)
Googelisierung (Cornelia Bekiesch)

ein Schwätzer, der die Umstehenden mit seinen Geschichten langweilt:
 

Lidsenker (Claudia Mayr)
Babbler (Christine Hartmann)
Dunstplauderer (von Günter Paal)
Schwatzling (Eckart Herold)

Schuldgefühl, die man bekommt, wenn man klatscht und tratscht:

Gewissensnager (Suse Reeg)

jemand, der sich gern als Opfer sieht:
 

tiefmütig (Anja Hampel)

Jemand, der die Meinung anderer Leute übernimmt, weil er keine eigene hat:

Nachmeinler (Liliane Dabernitz)

Das Gegenteil zu "dauern":
 

plötzen (Rolf Kalmbacher)
hurten (Sarah M. Matsoukis)

nach dem Aufwachen seinem Traum nachhängen:

traumsuhlen (Heidi Jungjohanns)

Die kleine Leuchte im Lichtschalter:

Glimmerli (Edith Hocke)

Eine Wahrheit, die jeder kennt, aber niemand ausspricht:

Kaiserkleid (Eric Boerner)

nach einem Liebeskummer untröstlich/todunglücklich sein:

balzwund (Gregor Szyndler)

Jemand, der sich ständig unnötig Sorgen macht:

Grämerseele (M. Asam)
Zittribus (Mike Mateescu)
Überhase (Monika Schmidt)

Der giftige Uferschaum:

Gleische (Rolf Höfer)
Gülch (Monika Geipel)

Alles, was unsere Augen, unser Sehen stört oder „belästigt“, (analog zur Lärmbelästigung beim Hören):

Blickmüll (Klaus Baldinger)

frühmorgens schon sehr gut gelaunt sein:

frühfroh (Lutz Rackow)


 

Weitere Neuschöpfungen:

irgendwarum = aus irgendeinem Grund (Georg Panholzer)

Prophetenalarm (Lydia Möst)

Mondscheinläufer = wenn man nachts im Mondschein joggt und der fahle Schatten seiner Selbst einen still begleitet (Johann Rother)

Gedankenweben = sich etwas ausdenken (Anke Grelik)

Zungenlieger = etwas, das einem auf der Zunge liegt (Elena Gilles)

tränteln = langsam arbeiten (Joseé Kratochwil)

Hübschling = auch Sinnverzehrer genannt = ein sehr schöner Mensch (Christina Scholz)

nörrisch = nörgelig und mürrisch (Tilla Lingenberg)

Schwieger(in) = der Bruder / die Schwester der Ehefrau, vom Ehemann aus gesehen (Josef S. Fadel)

va = Suffix für alle Verwandten väterlicherseits, ma= Suffix für die Verwandten mütterlicherseits, z.B. Onkelva (Josef S. Fadel)

Pufka = Saugglocke für das WC (Dipl. Ing. Peter Engelbrecht)

Wetterverschwendung = die manchmal ungleiche Verteilung des Wetters zwischen Tag und Nacht (Heinz Burger)

sapsen = einen nicht ganz gerade liegenden Kartenstapel ausrichten (Anna und Wilma Berger)

schnieseln = Schneenieseln (Anja Haase)

Verlierspiel = kostenpflichtiges Telefongewinnspiel (Thomas Zacharias)

Trendlemming = jemand, der verblüffend schnell seine Meinung ändert (Kaspar Heuser)

Substanzvampire (Kaspar Heuser)

Idiomanie = die Unart, sich ständig neue Wörter auszudenken (Line Burg)

knöhren = Unmutsäußerung (Ernst-Wilhelm Edert)

drömeln = antriebslos sein (Gerd Cremer)

Kopfschwätzer = jemand der zwischenmenschliche Gefühle ausdiskutiert und zerredet (Dieter Müller-Veeh)

Zeitweh = Trauer um die vergangene Zeit, analog zu Heimweh (Cornelia Chudzinski)

 

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