Wanderung am 13. August 2009

Auf den Höhen von Deizisau incl. Hasenheim

 

 

Es war Donnerstag, und der 13. im August, man schrieb das Jahr 2009. Düstere, drohende Wolken bedeckten den Himmel über Deizisau, als zwei dunkle Gestalten aus dem knallgelben Smart entsteigen. Nur mit ihren schwarzen Schirmen bewaffnet, standen sie jetzt da und starten auf das gegenüber gelegene Gebäude. Schnell hatten ihre Blicke erfasst, die Tür stand offen und auf dem Balkon war der Sonnenschirm aufgespannt. ?"Aha, das Hasenheim hat geöffnet" raunte der, der sich Roland nannte. Der andere, sein Name war Gerd, nickte nur.  Aber ohne einen weiteren Blick diesem Objekt zu widmen, wandten sie sich ab und gingen die asphaltierte Straße gen Osten mit forschen Schritten voran. Doch plötzlich blieben sie stehen. Mussten sie hier abbiegen? Nein, noch etwa 20 Meter weiter bis zu dem steilen Aufstieg in Richtung Süden. Schnaufend und schweren Schrittes erklommen sie den steilen Pfad. Die schwüle Hitze trieb ihnen den Schweiß aus den Poren. Mannshohe Maisfelder versperrten den Überblick, so dass Ihnen Zweifel kamen, ob es überhaupt der richtige Weg war, den Sie eingeschlagen hatten. Sollten sie sich jetzt in diesem Maislabyrinth verirrt haben? Wer sollte sie suchen? Wer sollte sie finden? Roland fiel ein, er hatte einen Klassenkameraden, der als Entwicklungshelfer in unterentwickelten Ländern tätig war. Dort haben ihm die Eingeborenen  Ameisen und Ratten als kulinarische Genüsse serviert. Sollte das eine Überlebensmöglichkeit sein?
Aber was war das? Suchte man schon mit Aufklärungsflugzeugen nach ihnen? Nein, die vielen Flugzeuge, die über ihre Köpfe starteten, waren nur Touristenbomber, die vom Stuttgarter Flughafen abgehoben hatten.
Trotz dieser fast aussichtslosen Situation verloren die beiden nicht den Mut. Einen Fuß vor den andern setzend kämpften sie sich durch das Gelände. Urplötzlich verzogen sich die bedrohlichen Wolken. Das Maisfeld lichtete sich und sie hatten die Höhe erreicht. Beschaulich lag die Hochebene vor ihnen.
Ohne zu zögern und mit neuer Antriebskraft, immer das Ziel vor Augen, setzten sie ihren Weg fort. Auch das Totenglöckchen von dem Friedhof bei Köngen konnte sie nun nicht mehr schrecken. Nein, hoch wissenschaftliche Gesprächen über Sonnenwinde, Asteroiden sowie politische Fachfragen wurden erörtert. Sie waren so in ihre Gespräche vertieft, als der Schlepper mit dem Gülleanhänger vor ihnen den Weg kreuzte, so dass sie erschrocken sich die Nase zu hielten. Aber Ihre Sorge war unbegründet. Es befand sich keine Gülle mehr in dem Anhänger. Der Bauer fuhr zum Gülletanken zu seinem nahe gelegenem Hof. Außerdem frischte eine angenehme Brise auf, durch die der Gestank von den frisch geodelten Feldern von ihnen weggeblasen wurde.
Bald darauf erreichten sie den Wald, in dem die beiden dem bequemen, fast gerade dahinziehenden Weg folgten. Nur ein sich von hinten nahendes Auto zwang sie kurz vom Weg abzukommen. Danach trat wieder das angenehme Rauschen der vom Wind bewegten Blätter ein. Um den Frieden des Waldes nicht zu stören, dämpften sogar die Beiden ihre Stimmen. Aber es hielt sie nicht ab, die höchst interessanten Gespräche vorstummen zu lassen. Sogar den Abzweig, an dem sie schon mal fehlgelaufen waren, verpassten sie dieses mal nicht.
Nun dauerte es auch nicht mehr lange bis sich der Wald lichtete und das Zielobjekt vor ihren Augen auftauchte. Vorsichtig schritten sie durch die geöffnete Tür und stiegen die schier endlose Treppe hinauf. Oben angekommen öffnete Roland die Tür und mit einem fröhlichen Hallo betraten die zwei den Raum. Zwar klang irgendwo ein Hallo zurück, doch niemand war zu sehen. Sie wandten sich dem Balkon zu, wo sie vom rauchenden Wirt freundlich empfangen wurden. Die Bedienung brachte auch schnell das Bier, das die beide beim Wirt bestellt hatten.
Nachdem sie sich gelabt und natürlich bezahlt hatten, stiegen sie wieder die Treppe herunter. Danach sah man nur noch zwei dunkle Gestalten in den knallgelben Smart steigen und davon brausen.

 

GS

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