Wandern ist OK. Aber am besten nur von der Haustür bis zur
Autotür. Anschließend über die asphaltierten Straßen bis zum
Parkplatz beim Besen. In den Besen. Dort Inge, Dagmar und Dirk
mit Küsschen (Dirk selbstverständlich ohne) begrüßen. Zwei
Viertele schlotzen, Rostbraten genießen, dumm raus schwätzen und
in umgekehrter Reihenfolge wieder heimkehren. Das sind die
Vorstellung und der Wunschtraum eines einzelnen Muskeltiers.
Aber in Wirklichkeit denken die anderen ähnlich. Nur will dies
keiner zugeben. Außerdem war diesmal der Manfred als
Gastwanderer dabei. Ihm wurden vom Jannis erst mal die Regeln
erklärt: Der Gast muss den Bericht über die Wanderung schreiben.
Wer beim Wandern mehr als fünf Meter zurückbleibt wird in den
nächsten tiefen Abgrund gestoßen, wo er ohne Gnade dahin
scheiden muss. Doch zum Glück wurden diese Regeln nicht
tatsächlich angewandt, denn sonst hätten wir in Zukunft an unser
Muskeltier Jannis nur noch in Ehren gedenken können und an jedem
Abgrund eine Trauerminute einlegen müssen. Natürlich ist zur
Ehrenrettung vom Jannis zu vermerken, dass wir, um den Manfred
zu beeindrucken, ein hohes Tempo eingeschlagen haben. Dem Roland
und dem Gerd war auch klar, dass der Jannis, mit Rücksicht auf
den Manfred, sich zurück hielt. Denn es wäre ja sehr peinlich
ohne unseren Gast vom Wandern heim zu kehren.
Die
Begrüßung im Besen fiel wie immer sehr herzlich aus, jedoch
mussten wir zur Inge Abstand halten. Denn die Arme war derartig
Grippe geschwächt, was man Ihr auch ansah und an Ihrer Stimme
sofort erkannte. Da frisches Brät geliefert worden war, musste
der Dirk es zu Maultaschen verarbeiten. Deshalb konnte die Inge
nicht das Bett hüten, sonst hätten die Gäste nichts zu essen
bekommen. Mit unserem Rostbraten wäre es dann auch nichts
gewesen.
Da
nicht arg viele Gäste da waren, hatte die Dagmar auch etwas mehr
Zeit. So konnte sie uns noch viele Details von Ihrer großen
Amerikareise berichten. Natürlich war das Programm, das sie mit
ihrem Mann absolviert hat, riesengroß und sie würde gerne
nochmal hin um einzelne Sachen intensiver zu erkunden.
Auch
die Inge fand etwas Zeit um mit uns zu plaudern. Dabei erzählte
sie, dass sie am Vortag den Otmar getroffen hätte.In diesem
Zusammenhang kam das Gespräch auf seinen runden Geburtstag, den
er demnächst feiert. Dabei erfuhren wir dann auch wann die Inge
Geburtstag hat. Spontan wurde beschlossen, dass wir an dem Tag
außer der Reihe in den Besen gehen. Aber es stellte sich heraus,
dass der Tag ein Dienstag ist und somit Ruhetag.
Beinah
als selbstverständlich haben wir es angesehen, daß der Waldemar
(diesmal nur noch mit einer Krücke) zu uns stieß. Wobei er gegen
seine Gewohnheit diesmal auf seine Schlachtplatte verzichtete
und auch einen Rostbraten bestellte. Er fuhr uns auch diesmal
wieder komfortabel und sicher nach Hause. Was dann dem vorher
beschriebenen Wunsch zumindest in der umgekehrten Reihenfolge
entsprach.