Wanderung am 2. Dezember 2010

Naturfreundehaus

 
Ein Schlichterspruch ist kein schlichter Spruch. Heiner Geißler hat seine Aufgabe wider Erwarten einiger ganz gut über die Bühne gebracht - trotz seiner unverkennbar narzistischen Züge. Es gefällt ihm halt, immedr im Mittelpunkt zu stehen. Befriedung gibt es trotzdem nicht. Ein Kompromiß war auch nicht zu erwarten. Züge können in einem Bahnhof nicht oben reinfahren und unten rauskommen.  Man kann jetzt nur hoffen, dass die überhitzten Gemüter der Demonstranten in der winterlichen Kälte abkühlen.

Die Muskeltiere sind auf dem Weg zum Naturfreundehaus auch abgekühlt - und ermüdet. Das Stapfen durch den Schnee war ganz schön mühsam - vor allem wo die Fahrspuren der Holzabfuhr den Schnee nicht platt gemacht hatten.

Jannis erzählte uns zur Erheiterung und Aufklärung Szenen aus dem banal-analen Privatfernsehen: "Die strengsten Erzieher der Welt!" Jugendliche aus Erziehungsruinen sollen in Kenia im Urlaub in 14 Tagen auf den rechten Weg gebracht werden. Diese jedoch veralbern ihre "Bimbos". Das ist das "Reality TV" fürs Nachmittagsprogramm des Prekariatsfernsehen. Echt banal-anal! Da wird einem Angst und Bang, wenn man daran denkt, dass die Zuschauer solcher Programm zu dem Volk gehören, das mit Volksbegehren in der Politik oder bei großen Infrastrukturmaßnahmen mitentscheiden will. Das gilt natürlich nicht für Jannis, dem direkten Nachfolger von Sokrates, der immer wieder versucht, das Muskeltier-Niveau nach oben zu treiben. Oft leider erfolglos.

Armes Deutschland! Die USA sind der rechte Arschbacken der Welt, Rußland ist der linke Arschbacken und Deutschland ist genau in der Mitte !! Griechenland ist unser Kreuz und Irland die grüne Lunge, die jetzt ziemlich hustet. Wird Portugal zur Prostata?? Und Spanien zur Blase, die platzt? Der Patient Europa hat einige kränkliche Glieder. Und halb Deutschland guckt "Reality-TV". So kann man die Realitäten auch verdrängen. Müssen wir bald auch "Impotenz" anmelden? 

Wikileaks haben wir nur beiläufig kommentiert. De diplomatischen Indiskretionen sind nicht förderlich und haben die Welt nicht wirklich nach vorne gebracht.  Aber natürlich ein guter Stoff für Kabarettisten wie Pirol (Priol!) oder Pispers. Und damit auch gutes Gesprächsthema beim Glas Wein im Naturfreundehaus.

Gut, dass Waldemar uns abholte und es nicht bei einem Glas bleiben mußte.

RF

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